| 06.02.2008 | |||||||||||||||||||||||||||||||
Bingo macht Wahlmaschinen sicher Zufallszahlengenerator von Reiner SCT ermöglicht korrekte Zählung der Wahlstimmen. Wahlmaschinen sind in Verruf geraten. Bei den herkömmlichen Verfahren muss der Wähler darauf vertrauen, dass die Maschine seine Stimme korrekt zählt, eine Möglichkeit dies zu kontrollieren gibt es nicht. Ein neuartiges Wahlverfahren namens Bingo Voting, entwickelt am E.I.S.S. der Universität Karlsruhe (TH), hilft, dieses Problem zu lösen. Herzstück des Verfahrens ist ein vertrauenswürdiger Zufallsgenerator, der von Reiner SCT entwickelt wurde. Furtwangen, 06. Februar 2008 – Das neuartige Verfahren ermöglicht, dass der Wähler anhand einer ausgedruckten Quittung die korrekte Zählung seiner Stimme nachprüfen kann. Die Sicherheit hängt dabei nicht vom Wahlcomputer, sondern von einem vertrauenswürdigen Zufallszahlengenerator ab, der wirksamer gegen Manipulationen geschützt werden kann als ein Computer. Reiner SCT, Marktführer bei sicheren Chipkartenlesern für multifunktionale Anwendungen hat auf Basis eines zertifizierten Chipkartenlesers das spezifische Verfahren für diese Anwendung entwickelt. Sobald der Wähler an der Wahlmaschine seine Entscheidung getroffen hat, wird der Generator aktiviert und eine Zufallszahl erzeugt. Diese wird dem Wähler angezeigt und im selben Moment an die Wahlmaschine übermittelt. Die zuvor erzeugte Zufallszahl wird durch die aktuelle ersetzt, was der Wähler anhand seiner Quittung überprüfen kann. Der eigentliche Fortschritt von Bingo Voting ist, dass die Quittung einem Dritten nicht zeigt, wie gewählt wurde. So vermeidet das Verfahren Stimmenkauf und Erpressung, erlaubt aber trotzdem eine Überprüfung der Auszählung. Dies ist bei etablierten papierbasierten Verfahren und bei so genannten Paper-Trail-Verfahren nicht möglich und verbessert die Verifizierbarkeit des Wahlergebnisses.
Bingo Voting wurde nun erstmals bei einer realen Wahl eingesetzt. Für die Studierendenparlamentswahl im Januar an der Universität Karlsruhe (TH) wurden zwei Prototypen realisiert und eingesetzt. Jörn-Müller Quade vom Europäischen Institut für Systemsicherheit (EISS) an der Universität Karlsruhe: „Wir waren überrascht, wie gut das Verfahren angesichts der Herausforderung einer Wahl mit 70 Kandidaten und neun Stimmen pro Wähler funktioniert hat. Es gab keine gravierenden technischen Probleme, aber einige Hinweise für zukünftige Verbesserungen, etwa bei der Geschwindigkeit der Stimmabgabe. Eine weitere Bestätigung für die Richtigkeit unseres Ansatzes ergab sich, als unsere Wahlmaschine zeigen konnte, dass das manuell geführte Urnenbuch zwei unkorrekte Einträge enthielt.“
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